Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hier findest du gebündelte Antworten zu den dezentralen Netzwerken in der Oberlausitz. Unser Freifunk-Bereich basiert auf der bewährten Technologie von Freifunk Dresden.
Allgemeines & Community
Wer betreibt OLmesh.net und was kostet die Nutzung?
Wir sind eine private, ehrenamtliche Interessengemeinschaft aus der Oberlausitz, die in ihrer Freizeit Infrastruktur auf Bergen, Dächern und an Standorten der Region aufbaut.
Unser Ziel mit OLmesh.net: Wir haben diese Plattform als zentrale Anlaufstelle ins Leben gerufen, um Wissen zu bündeln und technische Informationen verständlich zu teilen. Damit wollen wir das dezentrale Netzwerk in der Oberlausitz einheitlich gestalten, gemeinsame Standards abstimmen und neuen Mitstreitern den Einstieg erleichtern.
Wichtiger Hinweis: Da wir dieses Projekt rein ehrenamtlich betreiben, erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Unsere Empfehlungen und Konfigurationen sind bewährte Richtlinien, die wir aktuell für sinnvoll halten und die sich im Praxisbetrieb als besonders stabil erwiesen haben.
Die Nutzung unserer Netze (Freifunk & Meshtastic) sowie der Zugriff auf alle Informationen ist für jeden dauerhaft vollkommen kostenlos und werbefrei – ohne Abos, Verträge oder kommerzielle Hintergedanken.
Wie kann ich beim Aufbau des Netzes helfen?
Ein dezentrales Netzwerk lebt vom Mitmachen! Du kannst auf verschiedene Weisen helfen:
- Standorte bereitstellen: Wohnst du in erhöhter Lage oder hast Zugriff auf ein Dach? Solche Standorte sind perfekt für unsere Relaisknoten.
- Eigene Hardware betreiben: Stelle einen Freifunk-Router auf oder besorge dir eine Meshtastic-Node.
Warum nutzen wir Meshtastic und nicht Meshcore?
Sowohl Meshtastic als auch Meshcore nutzen das lizenzfreie 868-MHz-Band und basieren auf der Idee, ein autarkes Funknetzwerk aufzubauen.
Da die Knoten extrem stromsparend sind und problemlos über Wochen via Akku und Solar laufen, eignen sich beide Systeme theoretisch perfekt für die Krisen- und Notfallkommunikation bei Stromausfällen (Blackouts) oder Internetausfällen.
Dennoch haben wir uns als Community ganz bewusst gegen Meshcore und für Meshtastic entschieden.
Die Gründe dafür sind fundamental:
- Echte Open-Source-Philosophie:
Meshtastic ist komplett quelloffen. Die weltweite Community entwickelt, pflegt und verbessert die Software transparent und unentgeltlich.
Bei einer Notfall- und Sicherheitsinfrastruktur darf die Kontrolle nicht in den Händen einer einzelnen Firma liegen. - Keine Paywalls oder künstliche Grenzen:
Bei Meshcore gibt es in der App bereits künstliche Einschränkungen (wie z. B. erzwungene Wartezeiten beim Senden), die man nur durch Bezahlung ("Freikaufen") entfernen kann.
Ein solches kommerzielles Bezahlmodell halten wir im Bereich der Notfunk- und Krisenkommunikation für ethisch unpassend und gefährlich. - Freie Netzentwicklung:
Jedes Mitglied der Community kann den Code von Meshtastic anpassen, Fehler beheben oder neue Funktionen einbauen oder vorschlagen.
Mit MeshCore begibt man sich in die vollständige Abhängigkeit der Projekt-Entwickler, die den zukünftigen Weg des Netzes vorgeben und jederzeit bestimmen können, welche Funktionen hinter einer Bezahlschranke verschwinden.
Fazit: Auch wenn Meshcore in einigen Punkten (wie dem Routing-Algorithmus der Nachrichten) teilweise effizienter agiert, überwiegen die Freiheit, Unabhängigkeit und Kostenfreiheit von Meshtastic für ein echtes Bürger-Netzwerk bei weitem.
Meshtastic (LoRa Funk)
Brauche ich für Meshtastic eine behördliche Lizenz oder Prüfung?
Nein. Meshtastic nutzt das ISM- und SRD-Funkband auf 868 MHz. Dieses Band ist für die Allgemeinheit freigegeben. Jeder darf hier lizenzfrei, ohne Prüfung und ohne Anmeldung eigene Knoten betreiben.
Welche Hardware wird aktuell empfohlen?
Den alten, ehemals beliebten Heltec V3 empfehlen wir aufgrund mäßiger Sendeleistung und hoher Wärmeentwicklung nicht mehr für Neukäufe. Setze stattdessen auf aktuelle Standards und spezialisierte Hardware:
- Heltec (V4 / Wireless Tracker): Günstige und vielseitige Einstiegsgeräte.
- WiFi LoRa 32 V4: Der Nachfolger des V3. Verbesserte Signalintegrität (6-Layer-Platine) und spürbar kräftigere Sendeleistung (bis zu 27 dBm). Der ideale Einstieg für zu Hause.
- Wireless Tracker: Bietet ein integriertes Display sowie GPS. Eine sehr preiswerte und beliebte Option für mobile Setups und Tracker-Eigenbauten.
- Seeed Studio (SenseCAP / Wio / XIAO): Die Königsklasse für stabile und professionelle Setups.
- SenseCAP Solar Node P1: Eine All-in-One-Lösung mit integriertem Solarregler und wetterfestem Gehäuse – perfekt für den dauerhaften Außenbereich.
- Wio Tracker L1 Pro: Kommt im robusten Handfunkgerät-Stil als starkes Komplettpaket mit integriertem Akku, GPS und Display. Extrem widerstandsfähig und perfekt für unterwegs.
- SenseCAP Tracker T1000-E: Extrem kompakter Tracker im flachen Scheckkartenformat mit GPS. Ideal zum unauffälligen Mitführen in der Hosentasche oder im Auto.
- XIAO nRF52840: Aufgrund des extrem geringen Stromverbrauchs die absolute Top-Empfehlung für stromsparende Solar-Eigenbau-Kits.
- LilyGO T-Echo & T-Beam: Die bewährten Optionen für mobile Knoten mit GPS:
- T-Echo: Kompakt, leicht, mit stromsparendem E-Ink-Display – die eleganteste und energiesparendste Wahl für unterwegs.
- T-Beam: Der absolute Klassiker für Bastler. Robust, mit integriertem Akkuhalter (18650) und GPS. Perfekt für das Auto oder den Rucksack.
- LilyGO T-Deck: Das ultimative Standalone-Gadget. Mit vollwertiger Tastatur, Display und Trackball ausgestattet, lässt es sich wie ein kleiner "BlackBerry" komplett ohne Smartphone zur autarken Kommunikation nutzen.
Wichtig beim Kauf: Bestelle unbedingt immer die Version für das europäische 868 MHz-Band (EU868)!
Welche Einstellungen muss ich auf meinem Gerät nutzen?
Damit dein Gerät mit dem lokalen Netz und den tschechischen/polnischen Nachbarn kommunizieren kann, verwende folgende Einstellungen:
- Region:
EU_868 - Modem-Preset (Kanal 0):
MEDIUM_FAST - Netzwerkschlüssel (Pre-Shared Key): Standard belassen (AQ==), damit der Hauptkanal offen bleibt.
Freifunk (WLAN Netze)
Was genau ist Freifunk und was bringt es mir oder der Region?
Freifunk ist eine Initiative für freie und unzensierte Funknetzwerke. Das Ziel ist es, flächendeckend offene WLAN-Hotspots bereitzustellen, die von Bürgern für Bürger betrieben werden.
Was es bringt: Es schafft digitale Teilhabe. Touristen, Jugendliche und Menschen ohne teure Mobilfunkverträge erhalten im öffentlichen Raum unkompliziert Zugang zum Internet. Zudem vernetzen sich die Freifunk-Router untereinander (Mesh), wodurch ein lokales, vom Provider unabhängiges Datennetz entsteht.
Wer darf Freifunk nutzen und wer sollte es anbieten?
Nutzen darf es jeder. Ohne Registrierung, ohne Passwort, ohne Angabe von E-Mail-Adressen oder Telefonnummern. Einfach mit dem WLAN „Freifunk“ verbinden und lossurfen.
Anbieten sollte es jeder mit Publikumsverkehr: Privatpersonen (für Gäste/Nachbarn), Geschäfte, Cafés (rechtssicheres Kunden-WLAN ohne Passwort-Stress), Vereine und Kommunen (für öffentliche Plätze).
Auf welcher Technologie basiert Freifunk Dresden / OLmesh?
Unsere Firmware basiert direkt auf OpenWrt, einem hochgradig optimierten Linux-Betriebssystem für eingebettete Geräte (Router). Die Modifikationen von Freifunk Dresden sorgen dafür, dass die Router vollautomatisch ein verschlüsseltes Mesh-Netzwerk untereinander aufbauen, Routing-Protokolle verwalten und den Datenverkehr sicher abwickeln.
Welche Router werden unterstützt? (Geräteliste Freifunk-Dresden)
Hier ist eine Auswahl kompatibler Router, aufgeteilt nach Leistungsklassen gemäß den offiziellen Spezifikationen von Freifunk Dresden:
💎 Luxus Geräte (Quad-Core, max. Power, Gigabit)
🥇 Premium Geräte (Dual-Core, 250-350 Mbit/s Datenrate)
🥈 Gute Geräte (Dual/Quad-Core, 50-80 Mbit/s Datenrate)
🥉 Einsteiger- & Budget-Geräte (Grundversorgung, 10-25 Mbit/s)
Hinweis zu Cudy v2 / EOL-Geräten: Achte beim Kauf genau auf die Revisionsnummern. Die Cudy WR3000 Version 2 (v2) wird derzeit noch nicht unterstützt!
Wie sieht es mit der rechtlichen Sicherheit aus (Störerhaftung)?
Du bist rechtlich absolut sicher. Der Freifunk-Router leitet den gesamten Datenverkehr deiner Gäste über einen verschlüsselten Tunnel (VPN) direkt zu den Servern des Freifunk-Vereins weiter.
Wenn ein Nutzer über deinen Hotspot eine Urheberrechtsverletzung begeht, wird bei Ermittlungen ausschließlich die IP-Adresse des Freifunk-Vereins sichtbar. Da der Verein als offizieller Internet-Provider registriert ist, greift das Providerprivileg. Du als Bereitsteller des Anschlusses bist rechtlich komplett aus der Haftung raus.
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